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Besondere Einsätze 2007

15.12.2007

Umgekippte Kerze verursacht Großeinsatz – 6 Verletzte

Alarmzeit:

18:52 Uhr

Fahrzeuge:

ELW, TLF 16-1DLKLF 16-1, GW-A, TLF 16-2LF 16-2, MZF-2

Vermutlich eine auf einem Fernseher umgekippte Kerze verursachte am Samstagabend (15.12.) in einer betreuten Wohnanlage für Senioren in der Rendsburger Hindenburgstrasse einen Wohnungsbrand und in der Folge einen Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst. Sechs Bewohner der Anlage wurden verletzt und mit dem Verdacht auf eine Rauchgasinhalation ins Kreiskrankenhaus Rendsburg eingeliefert. 44 Personen wurden evakuiert. Es war der personell größte Rettungsdiensteinsatz im Kreis Rendsburg-Eckernförde in den vergangenen Jahren.
Um 18:52 Uhr geht bei der Integrierten Regionalleitstelle Mitte in Kiel der Notruf ein. „Wohnungsbrand in der betreuten Wohnanlage Hindenburgstrasse" lautet die Alarmierung für die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Rendsburg. Auch Feuerwehrmann Hans-Herbert Reis wird über seinen Funkalarmempfänger alarmiert. Er wohnt gleich um die Ecke und spurtet los. Auf dem Weg zum Feuerwehrhaus führt sein Weg an der Einsatzstelle vorbei. „Da loderten die Flammen schon aus dem Balkonfenster im 2. Obergeschoß und schlugen gegen den darüber liegenden Balkon", erzählte er später. Die unmittelbare Gefahr der Brandausbreitung besteht. Viele Menschen befinden sich in dem Haus, das insgesamt über 44 Wohneinheiten besteht. Der erfahrene freiwillige Feuerwehrmann erkennt die Gefahr und zögert nicht: Anstatt erst zum Feuerwehrhaus zu fahren, läuft er ins Treppenhaus des Brandobjektes und trifft dort auf viele aufgeregte Hausbewohner - durchweg älteren Semesters. Beruhigend wirkt er auf sie ein und geleitet sie sicher ins Freie. Der Weg zur brennenden Wohnung führt durch einen Flur, der durch eine Rauchabschlusstür vom Treppenhaus getrennt ist. An diesen Flur grenzen fünf Wohnungen an - alle bewohnt. Die Menschen befinden sich in einer unmittelbaren Gefahr. Doch der Flur ist bereits vollständig mit schwarzem giftigem Qualm gefüllt. Reis: „Man konnte die Hand vor Augen nicht sehen." Ohne Atemschutz war ein Vordringen in diesen Bereich nicht möglich. „Bleiben Sie in ihren Wohnungen und öffnen Sie nicht die Türen. Die Feuerwehr holt Sie gleich raus", ruft Herbert Reis in den Qualm.
Wenig später sind seine Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Rendsburg vor Ort, auch die Freiwillige Feuerwehr Büdelsdorf ist auf dem Weg. Trupps unter schweren Atemschutz dringen in den brennenden Bereich vor und retten vier ältere Menschen mit so genannten Fluchthauben aus unmittelbarer Gefahr.
Hans-Herbert Reis, der soeben verhindert hat, dass vielleicht in Panik geratene Menschen in ihr Verderben laufen, ist routinierter freiwilliger Feuerwehrmann: Da seine Einsatzschutzkleidung noch in der Feuerwache am Haken hängt, macht er sich anderweitig nützlich, setzt sich in den Einsatzleitwagen und koordiniert den Funkverkehr. Auf seine Tat angesprochen, winkt er ab: „Das ist doch nichts. Hätte doch jeder so gemacht." Rendsburgs Wehrführer und Einsatzleiter Sönke Brandstaedter sieht das anders: „Hätte Herbert das nicht gemacht, wäre es sicher schlimmer ausgegangen."
Seine Kameraden bekämpfen indes das Feuer und melden nach wenigen Minuten „Feuer aus". Die Wohnung ist komplett ausgebrannt. Die erste Rückmeldung eines Atemschutztrupps, man hätte eine Leiche gefunden, ist schnell korrigiert: Ein Stück Schaumstoff auf dem ausgebrannten Sofa nahm eine auf den ersten Blick skurille Form an.
Draußen läuft zeitgleich der größte Rettungsdiensteinsatz ab, den es im Kreis Rendsburg-Eckernförde zumindest in den letzten Jahren gab. Erstmals überhaupt wurde das Stichwort „Kreisalarm" ausgelöst, d.h. alle ehrenamtlichen DRK-Bereitschaften wurden in Marsch gesetzt. Das betraf die Bereitschaften aus Rendsburg, Eckernförde, Gettorf, Flintbek und Bordesholm. Dazu kam ein Notarzteinsatzfahrzeug aus Kiel und Rettungswagen der Wachen aus Rendsburg, Eckernförde, Felde, Nortorf und Schleswig.
Die komplette Wohnanlage wird evakuiert. Insgesamt 44 ältere Menschen werden ins Freie geleitet - sechs davon gleich ins Kreiskrankenhaus Rendsburg eingeliefert, das daraufhin einen Aufnahmestopp verhängt. D.h. andere zeitgleich auflaufende Notfälle im Kreisgebiet müssen auf andere Krankenhäuser umgeleitet werden.
Insgesamt sind ca. 55 Rettungsassistenten und Notärzte im Einsatz. Dazu kommen rund 40 Einsatzkräfte mit acht Fahrzeugen der FF Rendsburg und 30 Einsatzkräfte und 6 Fahrzeuge der FF Büdelsdorf.
38 evakuierte Personen werden von den Rettungsdienstmitarbeitern in das benachbarte Hotel „Conventgarten" gebracht, registriert, versorgt und betreut. Auch die 69jährige Mieterin der Brandwohnung ist dabei. Sie konnte sich gleich nach Brandausbruch unverletzt retten.
Rendsburgs Bürgervorsteher Eberhard Goll und Landrat Wolfgang von Ancken eilen zur Einsatzstelle, informieren sich, loben die Arbeit der Einsatzkräfte und vermitteln Hilfe. Denn die Bewohner der fünf Wohnungen der vom Brand betroffenen Etage können vorerst nicht in ihre Wohnungen zurück. Die restlichen Bewohner können am späten Abend in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Kripo hat die Brandursachenermittlung aufgenommen. Die Schadenshöhe steht noch nicht fest. Um 23 Uhr ist der Einsatz für alle Kräfte beendet.

Text / Fotos: Bauer/KFV
Feuer Hindenburgstr. 2
Feuer Hindenburgstr. 3
Feuer Hindenburgstr. 4

19.10.2007

Eingeklemmte Person im PKW auf Hinterhof

Alarmzeit:

13:30 Uhr

Fahrzeuge:

ELW, VRW, TLF 16-1, RW 2, DLK

Feuer Hindenburgstr. 4Wegen eines offensichtlichen Fahrfehlers hat sich eine ältere Person den eigenen Fuß zwischen Fahrertür und Autoschweller eingeklemmt. Ungewöhnlich war die Zufahrt zur Einsatzstelle. Aufgrund der geschlossenen Bauweise war der Hinterhof nur durch eine schmale und niedrige Tordurchfahrt zu erreichen. Ausschließlich der VRW war klein genug, um auf dem Hinterhof zu gelangen. Unter Einsatz von verschiedenen Technischen Hilfeleistungs Werkzeugen konnte die eingeklemmte Person zügig befreit werden. Anschließend wurde das Fahrzeug mit Drucklufthebekissen und Rüstmaterial wieder auf die ursprüngliche Ebene gebracht. [gh]
VU Hinterhof 1
VU Hinterhof 3
VU Hinterhof 4

22.09.2009

Großfeuer zerstört erneut die Sporthalle

Alarmzeit:

23:16 Uhr

Fahrzeuge:

ELW, TLF 16-1DLKLF 16-1, GW-ATLF 16-2LF 16-2, RW 2, MZF-2, GW-N

VU Hinterhof 4Erinnerungen wurden sofort wach, als die Durchsage der Leitstelle uns zum Feuer rief: "Die Sporthalle Rotenhof brennt!" Bereits am 1.9.2000 war die Sporthalle der Schule Rotenhof aufgrund von Brandstiftung ein Raub der Flammen geworden, nun war dasselbe Objekt erneut Schauplatz eines Grossfeuers. Ein massiver Löschangriff zeigte diesmal innerhalb weniger Minuten seine Wirkung. Dennoch ist ein Totalverlust und ein Sachschaden von mehreren hunderttausend Euro zu beklagen. Mit unseren beiden LF 16 wurde eine ausreichende Wasserversorgung aufgebaut, im Einsatz waren zwei C- und 1 B-Rohr. Zeit- und personalintensiv gestaltete sich die Phase der Nachlöscharbeiten, denn mehrere Glutnester waren erst mit dem Einsatz der Wärmebildkamera und nach Abriß der Deckenverkleidung zugänglich. Hierzu kamen DLK und RW zum Einsatz. Mit der Seilwinde gelang es uns, die Reste der Verkleidung zu öffnen. Gegen 2:30 war dieser Einsatz für uns beendet. [joh]
Feuer Sporthalle 2
Feuer Sporthalle 3
Feuer Sporthalle 4

19.07.2007

PKW gegen Zug - 4 Tote

Alarmzeit:

22:26 Uhr

Fahrzeuge:

ELW, VRW, TLF 16-1RW 2, DLKLF 16-1, GW-N

Feuer Sporthalle 4Grauenhafter Unfall am Donnerstagabend in Rendsburg: Vier junge Bundeswehrsoldaten kommen bei einem Zusammenstoß mit einem Zug in ihrem Auto ums Leben. Den Rettern der Feuerwehr bieten sich grauenhafte Szenen.
Gegen 22:26 Uhr hören Anwohner den herannahenden Schleswig-Holstein-Expreß der Bahn AG am Bahnübergang Breslauer Strasse in Rendsburg. Kurz darauf ein Knall. Ein Auto durchfuhr nach ersten Erkenntnissen die geschlossenen Halbschranken und wurde von dem mit rund 100 km/h herannahenden Zug erfasst und in die Böschung katapultiert. Für die vier Insassen - junge Männer im Alter von 22 bis 25 Jahre - kommt jede Hilfe zu spät. Alle sind sofort tot. Die 70 Fahrgäste im Zug bleiben jedoch unverletzt. Der 56jährige Lokführer erleidet einen Schock und wird ins Krankenhaus gebracht.
Die Freiwillige Feuerwehr Rendsburg ist kurz darauf mit fünf Einsatzfahrzeugen und rund 30 Männern und Frauen im Einsatz. Nachdem die elektrifizierte zweigleisige Strecke in alle Richtungen und vor und nach der Unfallstelle geerdet wurde, bleibt nur die grauenhafte Aufgabe, die vier Leichen zu bergen. Dieses stellt an die ehrenamtlichen Einsatzkräfte extrem hohe Belastungen - technisch wie auch psychisch. Für die Betreuung der Feuerwehrleute wird ein Notfallseelsorger verständigt. Trotz hoher Anspannung läuft der Einsatz ruhig und besonnen ab. Die Zusammenarbeit mit allen anderen Beteiligten klappt hervorragend.
Der Rettungsdienst ist zunächst mit vier Rettungswagen und einem Notarzt vor Ort. Später wird die DRK-Bereitschaft des Kreises alarmiert. Diese kümmert sich um die Fahrgäste im Zug. Ehe diese den Schleswig-Holstein-Expreß verlassen, über das Gleisbett zurück zum Bahnübergang gehen und in einen Bus umsteigen können, werden die Leichen aus dem Fahrzeugwrack geborgen und das Szenario mit Planen abgedeckt.
Inzwischen ist auch die Identität der Toten geklärt: Es handelt sich um vier Soldaten, die ihren Dienst in der Eiderkaserne in Rendsburg versehen. Das Fahrzeug - ein BMW - ist auf einen der Soldaten in Hannover zugelassen.
Um Gepäck der Fahrgäste vom Zug zum 300 Meter entfernten Bahnsteig zu transportieren, setzt die Feuerwehr zwei Schienenrollwagen ein. Diese werden später auch benötigt, um technisches Gerät und die vier Leichen von der Einsatzstelle zurück zur Strasse zu transportieren. Bis die Einsatzstelle abgearbeitet und aufgeräumt ist, kommt der Zugverkehr auf der Hauptverkehrsader völlig zum Erliegen. Beide Gleise sind bis ca. 3:30 Uhr gesperrt.
Text / Fotos: H. Bauer, Kreispressewart
PKW gegen Zug (2007) 2
PKW gegen Zug (2007) 3
PKW gegen Zug (2007) 4

01.07.2007

Land unter im Stadtgebiet - Starkregen erfordert 58 Einsätze

Alarmzeit:

19:51 Uhr

Fahrzeuge:

ELW, TLF 16-1, LF 16-1, GW-N, MZF-2, TLF 16-2, TLF 24/48, LF 16-2, RW 2, VRW

PKW gegen Zug (2007) 4Ein kurzer Wolkenbruch, dafür in einer lange nicht mehr erlebten Heftigkeit, ließ unzählige Keller im Stadtgebiet vollaufen. Die Kanalisation war nicht mehr in der Lage, die immensen Wassermassen aufzunehmen, ganze Straßenzüge standen schlagartig unter Wasser. Trotz Vollalarm waren wir auf die Unterstützung der Nachbarwehren aus Büdelsdorf und Fockbek angewiesen. Beide Orte waren vom Regen eher verschont worden, so dass beide Wehren frühzeitig zur Unterstützung gerufen werden konnten. 58 Einsätze wurden zwischen 20:00 und 02:30 gefahren.

Besondere Einsatzstellen:
Straßentunnel im Zuge der B 77 unterhalb des Nord-Ostsee-Kanals.
An der tiefsten Stelle hatte sich derart viel Wasser gesammelt, dass beide Tunnelröhren für den Straßenverkehr gesperrt werden mußten. Mit unserer TS 8/8 gingen wir im Versorgungsgang in Stellung. 18 B-Längen mußten verlegt werden sowie zwei LF 16 als Verstärkerpumpen zwischengeschaltet werden, um das Wasser bis zum Tunneleingang hochzupumpen. Zusätzlich wurde ein Saugwagen eines Entsorgungsunternehmens eingebunden. Erst spät nach Mitternacht konnte der Tunnel wieder für den Verkehr freigegeben werden.
Alte Kieler Landstraße.
In einer Senke stand das Wasser auf ca 150 Meter Länge bis zu einem Meter hoch und überflutete mehrere Grundstücke. Geparkte PKW schwammen auf, etliche Keller liefen komplett voll. Neben unseren Fahrzeugen war u.a. hier Unterstützung der FF Büdelsdorf und Fockbek über mehrere Stunden nötig, das THW Rendsburg war mit Beleuchtung sowie zwei weiteren Fahrzeugen ebenfalls im Einsatz.
Versorgungskeller Krankenhaus.
Die hauseigenen Entsorgungspumpen wurden den Wassermassen nicht mehr Herr. Als Folge schwammen die riesigen Schmutzwassertanks auf, die Flansche an den Pumpen rissen ab. In der Folge schwammen weitere Tanks für Fixierer und Entwickler auf, ein Fahrstuhlschacht lief voll. Hier waren über mehrere Stunden sechs Pumpen der Wehren Rendsburg, Büdelsdorf, Fockbek und des LZ-G im Einsatz.
Parallel hierzu fuhr der ELW zig gemeldete Einsatzorte an und gab an unsere Zentrale oft die erlösende Rückmeldung, dass Einsatzstellen entweder bereits in Eigenhilfe von den Anwohnern abgearbeitet waren bzw die Wasserhöhe nicht hoch genug war, um feuerwehreigene Pumpen einsetzen zu können. [joh]
Land unter 2
Land unter 3
Land unter 4
Land unter 5
Land unter 6